Leopardgeckos

 

Leos sind nachtaktiv. Zwar laufen eingewöhnte Tiere auch am Tag hin und wieder durchs Terrarium, aber erst mit Einbruch der Dunkelheit werden sie wirklich aktiv.

 

Man sollte Leos nicht alleine halten. Einzelhaltung entspricht nicht ihren Bedürfnissen, da sie auch in ihrem natürlichen Lebensraum (Pakistan, Afghanistan, Indien) meist in kleinen Gruppen leben. Wer Nachzucht vermeiden möchte, dem wäre eine Gruppe von zwei bis drei Weibchen zu empfehlen, denn wenn man ein Männchen in der Gruppe hält, kommt es meist früher oder später zur Paarung. Möchte man trotzdem ein Männchen in seine Gruppe integrieren, so darf man auf gar keinen Fall nur ein Pärchen pflegen, sondern das Männchen mit mindestens zwei Weibchen vergesellschaften. Bei paarweiser Haltung würde das Männchen das Weibchen ständig bedrängen, was für das Weibchen enormen Streß bedeuten würde (der auch bei zwei Weibchen noch entsteht . . .). Hält man das Männchen jedoch mit mehreren Weibchen, so kann es seine Aufmerksamkeit auf diese verteilen.

 

Bei guter Pflege können Leopardgeckos ein Alter von 15 bis 20 Jahren erreichen.

 

Das Terrarium

Die Mindestmaße eines Terrariums für 2 Leopardgeckos betragen entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen 4fache KRL x 3fache KRL x 2fache KRL (LxBxH; KRL

= Kopf-Rumpf-Länge). Bei einer durchschnittlichen Kopf-Rumpf-Länge von 15 cm ergeben sich also Mindestmaße von 60 cm x 45 cm x 30 cm, wobei dem für jedes zusätzliche Tier 20 % zuzurechnen sind.

Das ist jedoch das absolute Minimum und eigentlich nicht ausreichend!

 

Wichtig:Es sollte nur ein echtes Terrarium verwendet werden. Die Materialien können zwar variieren (Glas, Holz, o. a.), doch es sollte für Reptilien konzipiert sein. Dies ist beispielsweise bei der Belüftung wichtig, damit die notwendige Luftzirkulation in ausreichendem Maße stattfinden kann. Von der Verwendung eines ausgedienten Aquariums u. ä. ist daher abzuraten.

 

Einrichtung des Terrariums (Checkliste s. unten)

Wir haben jedes Terrarium mit einer Leuchtstoffröhre und einem Spot ausgestattet. Die Leuchtstoffröhre gewährleistet gleichmäßige Ausleuchtung (außerdem geben viele für der für die Terraristik entwickelten etwas UV-Licht ab, aber ob Leos das unbedingt brauchen, darüber „streiten die Gelehrten“ noch). Der Spot sorgt für eine angemessene Grundtemperatur (ca. 27/28°C), gleichzeitig entsteht in seiner Nähe ein sehr warmer Bereich (ca. 29°C bis 32°C). Ein gewisser Temperaturunterschied zwischen verschiedenen Bereichen im Terrarium ist wichtig, damit die Leos wählen können, ob sie sich gerade im „warmen Bereich“ aufhalten wollen (während der nächtlichen Aktivitäten, zum Aufwärmen, etc.) oder ob sie sich lieber im „kühleren Bereich“ aufhalten. Diesen Bereich suchen sie meist zum schlafen auf, weshalb dort auch die Höhlen unterbringen sollte. Direkt unter dem Spot kann man dann ein oder zwei abgekochte Natursteine platzieren, die sich tagsüber aufheizen und den Leos nachts zum aufwärmen dienen; für diesen Zweck gibt es jedoch auch elektronische Heizsteine im Handel zu kaufen. Desweiteren muß im Terrarium   i m m e r   ein feuchter Platz angeboten werden, da auch allein gehaltene Weibchen (unbefruchtete) Eier legen können. Ohne einen geeigneten Ablageplatz kann es zu Legenot kommen! (Das bedeutet, dass das Weibchen die Eier nicht ablegt, weil kein geeigneter Ablageplatz vorhanden ist. Verbleiben die Eier zulange in ihrem Körper, kann es daran sterben.)

 

Die tägliche Beleuchtungsdauer sollte bei ca. 12 Stunden liegen (mit Ausnahme der Winterruhe). Damit die Tiere einen täglich gleichen Tag-Nacht-Rhythmus haben, sollte eine Zeitschaltuhr verwendet werden.

 

Bei der Dekoration des Terrariums sollte man darauf achten, dass man auch mindestens einen Gegenstand verwendet, der eine etwas rauere Oberfläche aufweist (z. B. Korkäste). Dies erleichtert den Leos die Häutung, weil sie sich die alte Haut „aufschubbern“ können, wodurch kleine Risse darin entstehen, die ihnen das Abziehen der alten Haut erleichtern.

Die verwendeten Höhlen sollten flach und geräumig, aber nicht zu groß sein, mit einem nicht allzu großen Eingang, denn Leos fühlen sich sicher, wenn sie in ihrem Versteck Boden, Wand und Decke spüren können.

 

Auch wenn Leos bodenbewohnende Reptilien sind, so klettern sie meist sehr gern, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu bietet. Die Rückwand des Terrariums sollte dem Rechnung tragen. Man kann hierzu auf im Handel angebotene, fertige Felsrückwände zurückgreifen; diese sind jedoch recht teuer. Es gibt allerdings vielfältige Möglichkeiten, sich selbst ohne großen Aufwand eine Rückwand zu bauen. Hierzu gibt es im Internet unzählige Bauanleitungen. Auch eine Rückwand aus Korkmatten (z. B. so genannter Dachdeckerkork) wird gerne als Kletterfläche angenommen.

 

Wir halten unsere Leos seit über zwei Jahren auf Sand bzw. auf einem Sand/Lehm-Gemisch. Man sollte allerdings viel Wert auf die Qualität des Sandes legen, denn bei "schlechtem" Sand besteht die Gefahr einer Verstopfung im Darmtrakt des Leos. Die kann entstehen, wenn man den falschen Sand nimmt und dieser Sand beim Verschlucken durch den Leo im Darm einen Klumpen bildet. Zum Verschlucken von Sand kann es zum Beispiel beim Jagen kommen, wenn der Leo nach dem über den Boden laufenden Futtertier schnappt. Mit gutem Terrariensand ist die Gefahr einer solchen Klumpenbildung aber nicht allzu hoch.

 

Das Terrarium sollte etwa alle 2 bis 3 Tage kurz mit lauwarmem Wasser besprüht werden (z. B. mit einer kleinen Sprühflasche aus dem Gartenbedarf). Zwar sind Leos Wüstenbewohner, doch komplett trocken dürfen sie trotzdem nicht gehalten werden. Insbesondere während der Häutung brauchen sie eine gewisse Feuchtigkeit (besonders in der Nähe ihrer Höhlen), um sich ihrer alten Haut entledigen zu können. Denn Leos führen die Häutung meist in der Sicherheit ihrer Höhlen durch. Damit sie die alte Haut problemlos ablösen können, ist eine gewisse Umgebungsfeuchte notwendig.

 

Fütterung

Man sollte abwechslungsreich mit Insekten füttern (Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Schaben) und die Futtertiere bei jeder zweiten Fütterung mit Vitaminen bestäuben (gibt es z. B. als Pulver im Handel). Hin und wieder dürfen auch Würmer wie Mehlwürmer und Zophobas gefüttert werden, aber die machen schnell fett, wenn man sie zu oft anbietet.

Selbstverständlich muß immer eine Schale mit frischem Trinkwasser bereit stehen, und man sollte auch immer Mineralstoffe, z. B. in Form von Sepiaschale, zur Verfügung stellen.

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