Allgemeines zu Chamäleons

 

Ursprünglich stammen die Chamäleons aus Ostafrika. Ihre Vielfalt entstand allerdings in Westafrika und Madagaskar. Heutzutage findet man sie auf dem gesamten afrikanischen Kontinent, besonders auf Madagaskar und im Mittelmeergebiet, aber auch in Indien und Sri Lanka, der Türkei samt der Arabischen Halbinsel. Dennoch konzentriert sich der Hauptverbreitungsraum auf Afrika (außer Norden) und Madagaskar.

Während die Stummelschwanzchamäleons der Gattung Brookesia nur auf Madagaskar vorkommen und die Erdchamäleons der Gattungen Rhampholeon und Rieppeleon nur an der Äquatorialebene Afrikas anzutreffen sind, kommen die Echten Chamäleons (Chamaeleoninae) in allen oben genannten Ländern vor.

Der Lebensraum ist bei den beiden Unterfamilien unterschiedlich. Die Echten Chamäleons sind Busch- und Baumbewohner. Der Körperbau hat sich dem Leben in der Höhe gut angepasst (Greifschwanz, Greiffüße). Dennoch gibt es auch ein paar Arten die den Boden bewohnen. Bei den Erd- bzw. Stummelschwanzchamäleons wird, wie schon der Name erahnen lässt, die Laub- und Krautschicht als Lebensraum bevorzugt. Außerdem haben die Tiere viele Ökozonen erschlossen. In der sich im Norden befindenden Sahara leben in den Oasen der Wüste einige Arten, ganz im Gegensatz zu Chamäleons, die in extremer Kälte leben, wie zum Beispiel Chamaeleo schubotzi das an der Schneefallgrenze des 4500 m hohen Mount Kenia lebt. Ein weiteres Beispiel ist Bradypodion occidentale, welches die Muschelkiesdünen von Süd-Westafrika bewohnt. Dort ist es nicht nur besonders heiß, sondern auch wegen des hellen Bodens und der Sonnenreflektion gleißend hell. Dennoch ist es schwierig, einer bestimmten Art einen eindeutigen Lebensraum zuzuordnen, da sich innerartliche Unterschiede des Lebensraumes über Jahrtausende herausgebildet haben. Hierbei liegen hohe Differenzen in Luftfeuchtigkeit und Umgebungstemperatur vor.

Der Farbwechsel dient bei Chamäleons nicht in erster Linie der Tarnung, sondern vor allem zur Kommunikation mit Artgenossen. Die Bereitschaft zur Balz wird zum Beispiel oft von auffälligeren Farben und Mustern begleitet. Die Färbung hängt zudem von äußeren Faktoren wie Temperatur, Sonneneinstrahlung, Tageszeit oder Luftfeuchtigkeit ab. Bei hohen Temperaturen färben sich die Tiere hell, um das einfallende Licht zu reflektieren. Bei niedrigen Temperaturen nehmen sie eine dunkle Farbe an, um die Energie des Lichts aufzunehmen. Ist es jedoch einer zu hohene Sonneneinstrahlung ausgesetzt, färbt es sich durch UV-absorbierende Melanine schwarz. In der Nacht nimmt es sehr helle Farben an. Mit zunehmenden Alter und bei Krankheit werden die Farben blasser. Das prinzipiell mögliche Spektrum an Farben und Mustern ist stark artspezifisch. Einige Arten haben nur ein sehr kleines Farbspektrum (wie zum Beispiel die Stummelschwanzchamäleons) oder können ihre Farbe gar nicht wechseln. Der Farbwechsel läuft art- und situationsabhängig unterschiedlich schnell ab. Am schnellsten wechseln die Farben in Gefahren- oder Kampfsituationen.

Die Farbänderung erfolgt durch Pigment-Ausbreitung und -Konzentration in den Farbzellen. Für den Farbwechsel sind drei spezialisierte optische Hautzellentypen (Chromatophoren) verantwortlich, welche unter der Oberhaut in einigen Schichten übereinander liegen. Melanophoren, Xanthophoren (bzw. Erythrophoren) und Guanophoren enthalten Zytoplasma, in dem sich Farbstoffe befinden. Jede dieser Schichten ist für unterschiedliche Farben bzw. Farbzustände verantwortlich. Die oberste Schicht ermöglicht gelbe und rötliche Farbtöne durch Carotinoide. Darunter befindet sich eine Zellschicht mit schwarzbraunen Melaninen. Die unterste Zellschicht ist durch die Eigenschaften seines Farbstoffes, Guanin, in der Lage, das einfallende Licht zu brechen und erzeugt damit die blaue Farbe. Durch das Zusammenspiel aller Farbzellen ergibt sich die endgültige Farbgebung.

Die meisten Chamäleons verteidigen sich mit dem Aufreißen des Mauls, einige Arten können dabei sogar gut hörbare Zischlaute von sich geben (z. B. das Jemenchamäleon (Chamaleo calyptratus)). Die kleineren Arten lassen sich bei Gefahr meist zu Boden fallen und stellen sich tot (Thanatose).

Bitte beachten Sie das alle Chamäleonarten unter Schutz stehen und daher meldepflichtig sind.

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